• Tobias Scheibe

Die Grillwoche: tägliche, kleine Auszeiten für den großen Grill-Genuss

„Wenn’s gut werden soll“ –„Es gibt immer was zu tun“ – „Mach‘ dein Ding“!


Sonst locken Baumärkte mit diesen Slogans, doch könnte auch jeder dieser Sprüche für meine größeren Grillevents angewendet werden.

In der Regel läuft bei uns jeden Tag der Grill, schmort irgendwas im Dutch Oven oder backt auf dem Pizzastein, doch die großen Events, die großen Menüs und meist größeren „Fleischstücke“ beanspruchen mehr Zeit und Aufmerksamkeit, mehr Bühne und sind so eher als „Projekt der Woche“ anzusehen.


Samstag ist es wieder soweit. Ich bin verabredet.

Dieses Mal grillen im Deichland-Grillverein fünf Männer fünf Gänge.


Obwohl wir für 18:00 Uhr am Samstag verabredet sind, beginnt meine Vorfreude mit „Arbeit“ schon am Montag der Woche:

bei „DonCarne“ wird dieses Mal Fleisch bestellt, das ich beim örtlichen Händler nicht bekommen kann.

Ein Picanha von US-Rind, ein „Tafelspitz mit Fettschicht“.

Pincanha, Churrasco-Stil, Drehspieß über Feuer ist meine Idee.


Schon hier beim Online-Shopping verliere ich mich quasi auf den Seiten und bekomme ca. 15 Minuten gedankliche Auszeit, vollen Fokus auf das Grillen am Samstag:

„wieviel kg brauche ich, welchen Gang werde ich machen, was könnte man dazu servieren?

Was hat „DonCarne“ denn noch so im Sortiment, was könnte ich beim nächsten Mal machen?!“

Das sind schöne Auszeiten, da ich berufliche Themen und Alltagsstress mit Gedanken daran sofort und erfolgreich verdränge.


Am Dienstag informiere ich mich über Erfahrungen anderer Griller in der NorthCrewBBQ: wie haben sie den Spieß vorbereitet, wie nah dürfen die Flammen ans Fleisch lodern, wie wird der Ablauf sein..?!

Was sagt das Internet und die gängigen „Spezies“ auf Insta und Facebook, welcher YouTuber hat schon ein Video dazu gemacht…?!


Um das Equipment geht es dann am Mittwoch. Dieses Mal muss der Adapter vom Flammlachsbrett zweckentfremdet und erweitert werden, damit er auf den Napoleon-Smoker gesetzt den Spießmotor und das Spießende halten kann..! Mit Schraubzwingen und handwerklichem Geschick gelingt die Montage. Feuerfest und sicher und für mich derzeit die beste Möglichkeit die Rotisserie über offenen Feuer und lodernden Flammen zu drehen.

Der gepimpte „Feuerkorb“ wäre also schon mal soweit…





Am Donnerstag bekomme ich dann eine Meldung von UPS. Mein Fleisch ist zwei Stopps entfernt. Vorsichtig entpacke ich wenig später das gut gekühlte Paket und nehme zärtlich das Picanha in Augenschein. Ein schönes Stück, ein toller Fettrand. Ich spüre Glück und Vorfreude.




Freitag beschäftige ich mich mit den letzten technischen Details:

mit welchem Messer zum Beispiel schneide ich portionsweise das Picanha ab, um den Spieß -wie ein Dönerkoch- nicht abnehmen zu müssen..

Nachbar Philly findet das Elektro-Schneidmesser, dass wir alle von Omas Sonntagsbraten kennen, als beste Wahl.





Am Samstag kaufe ich dann die notwendigen Zutaten frisch ein: einen Spitzkohl zum Beispiel, den ich später geräuchert als Servierunterlage verwenden werde und einen Weißkohl, den ich mit Füllung grillen werde.


Dann begebe ich mich kurz noch in meinen „(Küchen-) Tunnel“ (mehr darüber in der nächsten Kolumne) und lege alles bereit.


Gegen Nachmittag steigt Rauch zwischen den Holzscheiten auf, die ersten Flammen lodern, mein Herz geht auf, endlich ist es soweit.

Wenige Minuten später lugt Nachbar Phillys Kopf aus der Hecke hervor, mit dem ersten (Feuer-begleitenden) Bier stoßen wir erfreut an. Wieder mal ein Frühstart, da wir es nicht erwarten konnten loszulegen.

Kurze Zeit später, pünktlich, ist der fünfköpfige @deichlandgrillverein vollständig am Stehtisch neben dem Feuer versammelt, voller Vorfreude und zum Glück hungrig.


Nachdem das Feuer die gewünschte „Loder-Höhe“ erreicht hat, ziehe ich die nur leicht gesalzenen Picanha-Stücke auf den Spieß.




Die Flammen erhitzen das Fleisch mit Fettrand schnell, das Fett läuft während des Spießdrehens über das Fleisch und tropft ins Feuer… wir erfreuen uns bereits allein an den tollen Raucharomen.

Nach einigen Minuten erfolgt dann der erste Beschnitt, die erste Verkostung: ein TRAUM!





Spontan werden hektisch und nahezu verzweifelt Begründungen gesucht, warum es jetzt sehr wichtig ist, auch alle vorbereitenden Reservestücke zuzubereiten- der erste Gang eskaliert vor lauter Genuss.


Nach tollen, vier weiteren Gängen vom Grill, einigen „Zerhackern“ (zur Verdauung) und dadurch kreativ geschmiedeten Plänen für die nächsten Vereins-Veranstaltungen, endet der Abend erst spät in der Nacht.


Am Sonntag auf dem Sofa blicke ich glücklich auf das tolle Event und das gelungene Picanha- Churrasco-zurück, was für ein gelungenes Projekt!

Doch getreu dem Motto „heute schon an morgen denken“ fange ich mir schon wieder an, Gedanken zu machen: welchem kulinarischen Thema kann ich mich denn bloß in der nächsten Woche widmen?



Geht es Euch so?!

Wie bereitet Ihr Eure (großen) Grill-Sessions vor?!

Eure Stories interessieren uns! Schreibt doch gerne einen Kommentar!


Kulinarische Grüße,

Peter Grigio




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